Die Skyline von Pudong mit dem Oriental Pearl Tower über dem Huangpu-Fluss, davor fahren Schiffe

Shanghai

Shanghai auf eigene Faust: Vom Wusongkou-Kreuzfahrtterminal zum Bund, Yu-Garten und der French Concession – der komplette Hafenguide für Chinas Kreuzfahrtmetropole.

Quelle: Envato Elements – „pudong-skyline-and-huangpu-river-shanghai-china-2026-03-25-02-51-24-utc.jpg“ · Envato Elements Lizenz

Anleger

Pier – Wusongkou International Cruise Terminal, Stadtteil Baoshan, rund 25 km nördlich der Innenstadt

Zentrum

ca. 25 km bis zum Bund, 45–60 Min. mit Taxi oder Shuttle plus Metro

Währung

Chinesischer Renminbi/Yuan (CNY)

Sprache

Mandarin, Englisch in touristischen Bereichen meist ausreichend, sonst eingeschränkt

Shanghai ist der Hafen, an dem viele Asien-Kreuzfahrten kulminieren – eine Stadt mit über 24 Millionen Einwohnern, in der historische Kolonialfassaden direkt neben Wolkenkratzern stehen, die erst vor 30 Jahren aus Reisfeldern wuchsen. Anders als in vielen anderen asiatischen Häfen liegt das Kreuzfahrtterminal nicht mitten in der Stadt, sondern rund 25 Kilometer nördlich davon – wer einen Tag Zeit hat, braucht also einen Plan, keine Improvisation. Wer ihn hat, bekommt dafür mit Bund, Yu-Garten und French Concession drei völlig unterschiedliche Gesichter einer Stadt, die sich in kaum einem anderen Hafen Asiens so kompakt erleben lassen.

Ankommen: Wusongkou International Cruise Terminal

Kreuzfahrtschiffe legen am Wusongkou International Cruise Terminal im Stadtteil Baoshan an, einem reinen Pier-Anleger ohne Tenderboot, aber mit spürbarer Distanz zur Innenstadt: Bund und Volksplatz liegen rund 25 Kilometer entfernt, die Fahrt dauert je nach Verkehr 45 bis 60 Minuten.

Am Terminal verkehrt meist ein kostenloser Shuttlebus zur Metrostation Baoyang Road (Linie 3), Fahrzeit etwa 15 Minuten; von dort geht es mit der U-Bahn weiter Richtung Innenstadt (mehrfaches Umsteigen nötig, Gesamtfahrzeit bis zum Bund rund 60–75 Minuten). Für alle, die den direkten Weg bevorzugen, warten am Terminal reguläre Taxis: Eine Fahrt bis in die Innenstadt/zum Bund kostet üblicherweise 80–110 CNY (ca. 10–14 €) und ist bei mehreren Personen meist die entspanntere Wahl gegenüber Shuttle-plus-Metro. Zur Orientierung: 1 € entsprach zuletzt rund 7,8 CNY (Kurs schwankt, Richtwert für die Reisekasse). Wichtig: Da die öffentliche Anbindung ans Terminal begrenzt ist, sollte die Rückfahrt zeitlich großzügig geplant werden – ein Taxi zurück zum Pier lässt sich meist über Ride-Hailing-Apps oder die Rezeption größerer Hotels organisieren, spontan direkt am Terminal ist das Angebot dünner.

Shanghai auf eigene Faust: Dein Tag in 8–9 Stunden

Vormittag: Der Bund & Nanjing Road (2–2,5 Stunden)

Der Bund (Wàitān), die knapp 1,5 Kilometer lange Uferpromenade am Huangpu-Fluss, ist der klassische Startpunkt: Auf der einen Flussseite reiht sich eine Front kolonialer Bankgebäude aus den 1920er- und 30er-Jahren, auf der anderen glänzt die futuristische Skyline von Pudong mit dem raketenähnlichen Oriental Pearl Tower und dem Shanghai Tower, mit 632 Metern eines der höchsten Gebäude der Welt. Der Spaziergang selbst ist kostenlos und lohnt sich zu jeder Tageszeit – am eindrücklichsten aber in der beginnenden Dämmerung, wenn beide Skylines beleuchtet sind.

Vom südlichen Ende des Bund führt die Fußgängerzone Nanjing Road rund zwei Kilometer landeinwärts bis zum Volksplatz (People's Square) – Shanghais belebteste Einkaufsstraße, gesäumt von Leuchtreklamen, Kaufhäusern und Straßenständen. Eine kleine Touristenbahn verkehrt für wenige CNY über die gesamte Strecke, wer Zeit hat, geht die 25–30 Minuten aber besser zu Fuß.

Mittag: Yu-Garten & Altstadt (2–2,5 Stunden)

Vom Bund sind es zu Fuß oder mit kurzer Taxifahrt (10–15 Minuten) zum Yu-Garten (Yùyuán), einer im 16. Jahrhundert angelegten Ming-Dynastie-Gartenanlage mit Teichen, Pavillons und kunstvoll aufgetürmten Felsformationen mitten in der Altstadt. Eintritt 40 CNY (ca. 5 €), geöffnet meist 8:30–17:00 Uhr – rechne mit 45–60 Minuten für den eigentlichen Garten.

Beleuchtete traditionelle Gebäude am Yu-Garten in Shanghai spiegeln sich in der Dämmerung im Wasser
Rund um den Yu-Garten stehen die geschwungenen Dächer dicht am Wasser – in der Dämmerung, wenn die Beleuchtung angeht, ist der Andrang am größten.
Quelle: Envato Elements – „shanghai-china-at-yuyuan-gardens-2026-04-13-23-39-32-utc.jpg“ · Envato Elements Lizenz

Direkt angrenzend liegt das gleichnamige Basarviertel, ein dicht bebautes Areal mit geschwungenen Ziegeldächern, in dem sich Souvenirläden, Teehäuser und Garküchen aneinanderreihen – ein guter Ort für ein Mittagessen mit Xiaolongbao (Suppenteigtaschen), Shanghais bekanntester Spezialität, ab etwa 20–35 CNY (ca. 2,50–4,50 €) pro Portion. Die engen Gassen sind an Wochenenden und Feiertagen stark frequentiert – wer es ruhiger mag, plant den Besuch möglichst früh am Mittag.

Nachmittag: French Concession (2–2,5 Stunden)

Für den Nachmittag lohnt sich eine Taxifahrt (15–20 Minuten) in die French Concession, das ehemalige französische Konzessionsgebiet mit platanengesäumten Alleen, Art-déco-Villen und ruhigeren, grüneren Straßen als im Rest der Innenstadt. Besonders Tianzifang, ein Labyrinth aus umgebauten Shikumen-Wohnhäusern mit kleinen Galerien, Cafés und Design-Läden, und die Einkaufsmeile Xintiandi mit ihren restaurierten Steintor-Häusern zeigen ein deutlich entspannteres Shanghai als der trubelige Bund. Beide Viertel sind autofrei und kostenlos begehbar, ideal für einen ausklingenden Bummel mit Kaffeepause.

Von dort geht es mit dem Taxi zurück zum Terminal in Baoshan – bei Nachmittagsverkehr realistisch 45–60 Minuten, entsprechend früh sollte der Rückweg angetreten werden.

Top-Erlebnisse im Überblick

ErlebnisZeitbedarfKosten
Bund-Promenade45–60 Min.kostenlos
Nanjing Road25–30 Min. (zu Fuß)kostenlos
Yu-Garten & Basarviertel90–120 Min.40 CNY (ca. 5 €)
French Concession (Tianzifang/Xintiandi)90–120 Min.kostenlos
Taxi Terminal ↔ Innenstadt (je Strecke)45–60 Min.80–110 CNY (ca. 10–14 €)

Welche Ausflüge lohnen sich, welche nicht?

Shanghai ist trotz der Distanz zum Terminal gut auf eigene Faust zu bewältigen – Taxis sind zuverlässig, vergleichsweise günstig und Ride-Hailing-Apps funktionieren auch für Touristen mit ausländischer Kreditkarte meist zuverlässig. Reederei-Ausflüge zu Bund, Yu-Garten und French Concession (oft 70–100 €) kaufen vor allem Logistiksicherheit und einen deutschsprachigen Guide – für Selbstplaner mit etwas Erfahrung meist verzichtbar. Lohnenswert gebucht ist dagegen eine Fahrt mit dem Transrapid (Maglev) zwischen Longyang Road und dem Flughafen Pudong: Mit bis zu 430 km/h ist sie zwar kein Umweg auf dem Weg vom Terminal, aber als eigenständiges Erlebnis für Technikinteressierte einen kurzen Abstecher wert (Einzelfahrt ab 50 CNY, ca. 6,50 €, Fahrzeit nur 8 Minuten) – am ehesten sinnvoll zu kombinieren, wenn du ohnehin über die Metro-Linie 2 in Airport-Nähe unterwegs bist. Reine Stadtrundfahrten mit dem Bus kannst du dir angesichts der guten Taxi-Verfügbarkeit meist sparen.

Praktisches für deinen Tag in Shanghai

  • Währung: Chinesischer Renminbi/Yuan (CNY), 1 € ≈ 7,8 CNY (Richtwert, Kurs schwankt). Kartenzahlung ist eingeschränkter als in Japan oder Singapur – viele Läden und Garküchen laufen fast ausschließlich über chinesische Zahlungs-Apps (Alipay/WeChat Pay), die für Kurzbesucher ohne chinesisches Bankkonto nicht immer nutzbar sind. Ausreichend Bargeld einplanen, größere Hotels und Ketten akzeptieren meist internationale Kreditkarten.
  • Sprache: Mandarin dominiert, Englischkenntnisse sind in touristischen Vierteln wie Bund oder French Concession meist ausreichend, abseits davon deutlich geringer. Eine Übersetzungs-App ist hilfreich, gängige internationale Kartendienste funktionieren in China nur eingeschränkt – vorab eine lokal funktionierende Karten-App oder Offline-Karte einrichten.
  • Trinkgeld: In China unüblich, weder im Restaurant noch im Taxi wird aufgerundet. Mehr zum Umgang mit Bargeld unterwegs im Ratgeber Geld & Bezahlen an Bord und Land.
  • Sicherheit: Shanghai gilt als eine der sichersten Großstädte Asiens, Kriminalität gegenüber Touristen ist ein Randthema. Übliche Reisevorsicht (Verkehr, belebte Plätze) genügt.
  • Beste Reisezeit: Frühling (März–Mai) und Herbst (September–November) sind mit 15–25 °C am angenehmsten. Der Sommer (Juni–August) bringt hohe Luftfeuchtigkeit und teils über 35 °C, dazu gelegentliche Taifun-Ausläufer.
  • Einreise: Für deutsche Staatsangehörige ist die Einreise nach China für touristische Kurzaufenthalte inzwischen visumfrei möglich (Stand 2026, gültig bis Ende 2026, Reisepass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein) – verbindlich sind die aktuellen Bestimmungen der chinesischen Behörden, da sich Visaregelungen kurzfristig ändern können. Was du an Reisedokumenten grundsätzlich dabeihaben solltest, erklärt der Ratgeber Reisedokumente: Pass, Visa & ESTA.

Fazit

Shanghai verlangt mehr Planung als die meisten anderen Häfen der Region – aber wer die knapp einstündige Distanz vom Terminal einkalkuliert, bekommt mit Bund, Yu-Garten und French Concession drei Shanghais in einem Tag: das koloniale, das traditionell-chinesische und das gemütlich-europäische. Wer noch unentschlossen ist, welche Häfen der Region ins Reiseprogramm passen, findet einen Überblick auf unserer Seite zu Asien & Fernost – dort steht auch der Guide zu Hongkong, Chinas anderer großer Kreuzfahrtmetropole.

Shanghai
Fahrtgebiet Asien & Fernost31,4° N, 121,5° O

Nicht alle Punkte sind beschriftet. Alle Häfen des Fahrtgebiets: Shanghai

Shanghai ist ein Hafen im Fahrtgebiet Asien & Fernost. Dort findest du alle Infos zu Reisezeit, Routen und passenden Reedereien.

Weitere Häfen im Fahrtgebiet Asien & Fernost

Blick über die bunten, terrassenförmig gebauten Häuser des Gamcheon-Kulturdorfs in Busan mit dem Meer im Hintergrund

Busan

Busan auf eigene Faust: Gamcheon-Kulturdorf, Jagalchi-Fischmarkt, Haedong-Yonggungsa-Tempel und Haeundae-Strand – der komplette Hafenguide.

Luftbild der Skyline von Colombo mit Hochhäusern hinter dem grünen Ufer des Beira-Sees

Colombo

Colombo auf eigene Faust: koloniales Fort-Viertel, Pettah-Markt, Gangaramaya-Tempel und Galle Face Green – der Hafenguide für Sri Lankas Hauptstadt.

Luftaufnahme der Halong-Bucht mit bewaldeten Kalksteinkarst-Inseln im türkisfarbenen Wasser, dazwischen mehrere weiße Ausflugsschiffe

Halong-Bucht

Halong-Bucht mit dem Kreuzfahrtschiff: Warum ein Tag auf dem Boot zwischen den Kalksteinfelsen lohnt – und ein Abstecher nach Hanoi fast nie machbar ist.

Blick von oben über die Hochhäuser von Hongkong Island und den Victoria Harbour im Abendlicht, dahinter die Halbinsel Kowloon

Hongkong

Hongkong auf eigene Faust: Star Ferry, Victoria Peak, Man Mo Temple und Tsim Sha Tsui – der komplette Hafenguide für die Millionenmetropole.

Blick über die Stadt Kagoshima auf die Bucht und den Vulkan Sakurajima, der dahinter aufragt

Kagoshima

Kagoshima auf eigene Faust: Fährfahrt zum aktiven Vulkan Sakurajima, Onsen-Kultur und Samurai-Gärten – der komplette Hafenguide für Japans südlichen Kreuzfahrthafen.

Luftbild der dicht bebauten Stadt Keelung in Taiwan zwischen bewaldeten Bergen im Abendlicht

Keelung

Keelung auf eigene Faust: Zugfahrt nach Taipeh, Jiufens Lampionstraßen und Taiwans Nachtmarkt-Kultur – der komplette Hafenguide für den Kreuzfahrthafen der Insel.

Der rot beleuchtete Kobe Port Tower und das grün leuchtende Maritime Museum spiegeln sich in der Abenddämmerung im Hafenbecken von Kobe

Kobe

Kobe auf eigene Faust: Kitano-Ijinkan, Nunobiki-Seilbahn und der Sprung nach Kyoto oder Osaka – der komplette Hafenguide für Japans Kansai-Tor.

Der Tempel Wat Arun am Chao-Phraya-Fluss in Bangkok, angestrahlt in der Dämmerung

Laem Chabang

Laem Chabang auf eigene Faust: Bangkoks Grand Palace, Pattayas Strände oder Ayutthayas Tempelruinen – welche Route zum Hafentag passt und was realistisch machbar ist.

Nächtliches Panorama von Nagasaki – die beleuchtete Stadt zieht sich um die dunkle Hafenbucht und die Hügel hinauf

Nagasaki

Nagasaki auf eigene Faust: Friedenspark, Dejima, Chinatown und Glover Garden – der komplette Hafenguide für Japans historischen Handelshafen.

Skyline von Ho-Chi-Minh-Stadt bei Sonnenuntergang mit Hochhäusern am Fluss und Booten auf dem Wasser

Phu My

Phu My auf eigene Faust: der lange Weg nach Ho-Chi-Minh-Stadt – Notre-Dame-Kathedrale, Ben-Thanh-Markt und die Cu-Chi-Tunnel realistisch geplant.

Gelbe Sino-Portugiesische Häuserzeile mit Uhrturm in der Altstadt von Phuket Town unter blauem Himmel

Phuket

Phuket auf eigene Faust: Sino-Portugiesische Altstadt, Big Buddha und Wat Chalong – der komplette Hafenguide für Thailands größte Insel.

Skyline von Kuala Lumpur mit den Petronas Towers und umliegenden Hochhäusern über den Baumkronen des KLCC-Parks bei Tageslicht

Port Klang

Port Klang auf eigene Faust: Warum der Hafen selbst uninteressant ist – und wie du den Tag stattdessen in Kuala Lumpur bei Petronas Towers und Chinatown verbringst.

Skyline von Singapur bei Sonnenuntergang, die Hochhäuser spiegeln sich im Wasser der Marina Bay

Singapur

Singapur auf eigene Faust: Marina Bay Cruise Centre, Gardens by the Bay, Marina Bay Sands SkyPark und Chinatown – der komplette Hafenguide.