An Bord eines Kreuzfahrtschiffs läuft praktisch jede Zahlung über die eigene Bordkarte, an Land dagegen gilt oft ganz klassisch Bargeld oder Kreditkarte – wer diesen Wechsel nicht einplant, steht am ersten Ausflugstag ohne lokale Währung da oder hat an Bord kein Zahlungsmittel hinterlegt. Dieser Ratgeber erklärt, wie das bargeldlose System an Bord funktioniert, welche Karten sich lohnen und wie viel Bargeld für Landausflüge tatsächlich sinnvoll ist.
Wie das Bezahlsystem an Bord funktioniert
Nahezu alle Kreuzfahrtschiffe arbeiten mit einem geschlossenen, bargeldlosen System: Die Bordkarte, die gleichzeitig als Kabinenschlüssel und Ausweis beim Ein- und Ausschiffen dient, ist mit einer Kreditkarte oder einem Bargeldkonto verknüpft. Jede Bestellung an der Bar, jeder Einkauf im Bordshop und jede zusätzliche Leistung wird einfach auf die Karte gebucht, unterschrieben oder per PIN bestätigt – Bargeld wird an Bord fast nirgends direkt angenommen. Am Ende der Reise erhalten Passagiere eine Gesamtabrechnung, die vor dem Verlassen des Schiffs kurz geprüft werden sollte, bevor die hinterlegte Karte final belastet wird.
Kreditkarte hinterlegen oder Bargeld-Konto führen
Beim Einchecken – meist schon online vor der Reise oder spätestens am Check-in-Schalter – wird die Bordkarte mit einer Zahlungsmethode verknüpft:
- Kreditkarte hinterlegen ist die gängigste und bequemste Variante: Alle Ausgaben werden während der Reise fortlaufend vorautorisiert und am Ende oder in Zwischenabrechnungen abgebucht. Visa und Mastercard werden praktisch überall akzeptiert, American Express nicht auf jedem Schiff.
- Bargeld-Kaution hinterlegen funktioniert bei den meisten Reedereien ebenfalls: Ein bestimmter Betrag wird bar beim Check-in oder an der Rezeption eingezahlt, von dem alle Ausgaben abgebucht werden. Wird das Guthaben knapp, muss während der Reise erneut Bargeld nachgelegt werden – umständlicher als die Kreditkartenvariante, aber für Passagiere ohne Kreditkarte eine funktionierende Alternative.
Wichtig bei der Kreditkarte: Viele Banken berechnen im Ausland Fremdwährungsgebühren, auch wenn die Bordwährung meist US-Dollar oder Euro ist, je nach Reederei und Fahrtgebiet. Ein Blick in die eigenen Kreditkartenkonditionen vor der Reise lohnt sich, ebenso ein zweites, unabhängiges Zahlungsmittel als Backup, falls die Hauptkarte gesperrt oder verloren geht.
Wofür an Bord überhaupt Bargeld nötig ist
Bargeld spielt an Bord nur noch in wenigen Nischen eine Rolle:
- Casino: Automaten und Tische arbeiten teils mit eigenen Chips oder Cash-Karten, die separat vom allgemeinen Bordkonto funktionieren – hier ist Bargeld an Bord am ehesten noch gefragt.
- Trinkgeld für einzelne Crewmitglieder: Das automatische Serviceentgelt läuft über die Bordkarte, aber ein zusätzliches Extra-Trinkgeld für besonders aufmerksames Personal wird oft in bar übergeben – Details dazu im Ratgeber Trinkgeld auf Kreuzfahrten.
- Häfen mit Straßenhändlern direkt am Pier: In manchen Zielhäfen bieten lokale Händler unmittelbar am Anleger Kleinigkeiten an, bei denen Kartenzahlung unüblich ist.
Für die reine Bordzeit reicht daher meist ein kleiner Bargeldbetrag von 50 bis 100 Euro oder US-Dollar völlig aus, den viele ohnehin nur für den Notfall mitführen.
Bargeld für Landausflüge: Wie viel ist sinnvoll?
An Land sieht die Lage anders aus, vor allem außerhalb Europas oder in kleineren Häfen ohne viele Kartenterminals. Ein paar Faustregeln haben sich bewährt:
- Kleine Beträge in lokaler Währung: Für Kaffee, Trinkgeld bei Taxifahrten, kleine Marktstände oder öffentliche Toiletten sind 20 bis 50 Euro in der jeweiligen Landeswährung pro Hafentag meist ausreichend.
- Wechselkurs am Hafen meiden: Wechselstuben direkt am Kreuzfahrtterminal bieten fast immer die schlechtesten Kurse der ganzen Stadt. Wer kann, hebt lieber am Geldautomaten in der Stadt ab oder wechselt schon vor der Reise eine kleine Menge zu Hause.
- Kreditkarte als Hauptzahlungsmittel an Land: In den meisten Kreuzfahrt-Zielhäfen – von europäischen Städten bis zu größeren karibischen und asiatischen Häfen – wird Kartenzahlung inzwischen breit akzeptiert, oft sogar kontaktlos. Ausnahmen sind ländlichere Regionen oder sehr kleine Inselziele, wo Bargeld weiterhin die verlässlichere Wahl bleibt.
- US-Dollar als informelle Zweitwährung: In vielen Häfen der Karibik, Mittelamerikas und einigen Teilen Asiens werden kleine US-Dollar-Scheine auch ohne Umtausch akzeptiert – praktisch für Reisen mit mehreren Zielländern und wechselnden Währungen.
Sicherheit: Bargeld und Karten richtig verteilen
Ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen verhindern den größten Ärger, falls doch einmal etwas verloren geht oder gestohlen wird:
- Nie das gesamte Bargeld an einem Ort tragen – ein Teil in der Tagestasche, ein kleiner Notfallbetrag separat in der Kabine oder im Kabinensafe.
- Kreditkartennummern und Notfallhotline der ausgebenden Bank vorab notieren oder als Foto sicher speichern, damit eine verlorene Karte im Ernstfall schnell gesperrt werden kann.
- Zweite, unabhängige Karte von einem anderen Konto oder einer anderen Person in der Reisegruppe mitführen, statt sich komplett auf eine einzige Karte zu verlassen.
- Kabinensafe nutzen: Der Großteil des Bargelds und die Reisedokumente – siehe auch Reisedokumente für Kreuzfahrten – gehören für die Bordzeit in den Kabinensafe statt ins Handgepäck für den Landausflug.
Am Ende der Reise: Abrechnung prüfen
Am letzten oder vorletzten Abend liegt meist eine vorläufige Endabrechnung in der Kabine oder in der Bord-App bereit. Ein kurzer Blick lohnt sich immer: Doppelt gebuchte Getränke, ein falsch zugeordnetes Spezialrestaurant oder ein vergessenes Storno lassen sich an der Rezeption meist unkompliziert klären, solange man noch an Bord ist – nach der Ausschiffung wird eine Korrektur deutlich aufwendiger. Wer ein Bordguthaben aus einer Buchungsaktion übrighat, sollte es rechtzeitig vor Reiseende einsetzen, da nicht verbrauchtes Guthaben bei den meisten Reedereien ersatzlos verfällt.
Fazit
An Bord läuft praktisch alles bargeldlos über die Bordkarte, verknüpft mit Kreditkarte oder Bargeld-Kaution – eigenes Bargeld braucht es dort kaum. An Land gilt dagegen die umgekehrte Regel: ein kleiner Betrag in Landeswährung für den Alltag, Kartenzahlung für größere Ausgaben, und immer der Blick darauf, den schlechten Wechselkurs direkt am Hafen zu vermeiden. Wer beide Systeme kennt und ein zweites Zahlungsmittel als Backup einplant, kommt an Bord und an Land ohne böse Überraschungen durch die Reise.
