Skyline von Ho-Chi-Minh-Stadt bei Sonnenuntergang mit Hochhäusern am Fluss und Booten auf dem Wasser

Phu My

Phu My auf eigene Faust: der lange Weg nach Ho-Chi-Minh-Stadt – Notre-Dame-Kathedrale, Ben-Thanh-Markt und die Cu-Chi-Tunnel realistisch geplant.

Quelle: Envato Elements – „urban-skyline-at-sunset-with-a-river-and-distincti-2026-03-26-23-01-16-utc.jpg“ · Envato Elements Lizenz

Anleger

Pier – Industriehafen Phu My, keine eigene Stadt am Terminal

Zentrum

Ho-Chi-Minh-Stadt (Bezirk 1) ca. 80 km, mit dem Auto rund 2 Std. je nach Verkehr

Währung

Vietnamesischer Dong (VND)

Sprache

Vietnamesisch, Englisch in touristischen Vierteln von Ho-Chi-Minh-Stadt gut verbreitet

Phu My ist der unbequemste unter Vietnams Kreuzfahrthäfen – und trotzdem einer der meistgebuchten: Der Grund liegt einfach in der Stadt, die er anbindet. Ho-Chi-Minh-Stadt, weiterhin oft Saigon genannt, ist mit rund 9 Millionen Einwohnern Vietnams größte und wirtschaftlich wichtigste Metropole – aber der Hafen selbst liegt in einem Industriegebiet rund 80 km entfernt, ohne jede touristische Infrastruktur vor Ort. Wer Ho-Chi-Minh-Stadt sehen will, muss die Fahrtzeit realistisch einplanen; wer sie einplant, wird mit einer der lebendigsten Städte Südostasiens belohnt.

Ankommen: Industriehafen ohne eigene Stadt

Phu My ist ein reiner Fracht- und Kreuzfahrtterminal in einer Industriezone der Provinz Ba Ria – Vung Tau, ohne Restaurants, Läden oder nennenswerte Infrastruktur direkt am Kai. Das Schiff legt am Pier an, ein Tender ist nicht nötig, aber ohne organisierten Transfer kommst du hier buchstäblich nicht vom Fleck: Vor dem Terminal warten keine Straßentaxis in nennenswerter Zahl, ein Fußweg irgendwohin ist wegen der Industrieumgebung nicht sinnvoll.

Die Fahrt nach Ho-Chi-Minh-Stadt führt über die Autobahn Richtung Bezirk 1 (Innenstadt) und dauert bei normalem Verkehr rund 2 Stunden für ca. 80 km – zur Rush Hour am späten Nachmittag kann sich das deutlich verlängern. Reederei-Ausflüge und private Fahrer mit Fahrzeug (meist 60–100 € für Fahrzeug plus Fahrer, unabhängig von der Personenzahl) sind hier praktisch Standard; wer selbst organisiert, sollte den Rückweg mit großzügigem Zeitpuffer einplanen, da die Rückfahrt zur Nachmittags-Rush-Hour besonders zäh werden kann.

Phu My auf eigene Faust: Dein Tag in Ho-Chi-Minh-Stadt

Vormittag: Ankunft und Kolonialviertel (2–2,5 Stunden vor Ort)

Nach der rund zweistündigen Anfahrt bleibt meist noch die Hälfte des Tages für die Stadt. Zentrum des Kolonialviertels ist die Gegend um die Notre-Dame-Kathedrale (derzeit teilweise restauriert, Außenbesichtigung weiterhin möglich) und das benachbarte, backsteinrote Hauptpostamt, ein prunkvoller Bau aus der Kolonialzeit mit Jugendstil-Elementen im Innenraum – beide sind kostenlos zu besichtigen und liegen fußläufig zueinander. Wenige Gehminuten entfernt liegt der Wiedervereinigungspalast, der ehemalige Präsidentenpalast Südvietnams, dessen Innenräume samt Kommandobunker im Originalzustand von 1975 besichtigt werden können (Eintritt ca. 40.000 VND, ca. 1,60 €).

Rote Backsteinfassade der Notre-Dame-Kathedrale in Ho-Chi-Minh-Stadt
Die Notre-Dame-Kathedrale im Kolonialviertel – ein zentraler Orientierungspunkt für einen Spaziergang zum nahen Hauptpostamt.
Quelle: kreuzfahrt-guide.de (Eigene Fotos) – „IMG_7871.jpg“ · Eigenes Foto (keine Item-Seite)

Mittag: Ben-Thanh-Markt und War Remnants Museum (1,5–2 Stunden)

Der Ben-Thanh-Markt mit seinem markanten Uhrenturm ist das Handelszentrum der Innenstadt: enge Gänge voller Gewürze, Textilien, Souvenirs und Garküchen, in denen sich Pho oder Banh Mi für wenige Euro probieren lassen. Handeln gehört hier zum Einkauf dazu, ein Preisnachlass von 20–30 % gegenüber dem ersten Angebot ist normal.

Eingang und Uhrenturm des Ben-Thanh-Markts in Ho-Chi-Minh-Stadt
Der Uhrenturm markiert den Haupteingang des Ben-Thanh-Markts – dahinter beginnt das Gewirr aus Ständen mit Gewürzen, Textilien und Streetfood.
Quelle: kreuzfahrt-guide.de (Eigene Fotos) – „IMG_7927.jpg“ · Eigenes Foto (keine Item-Seite)

Wer stattdessen tiefer in die Geschichte des Landes eintauchen will, besucht das War Remnants Museum, das den Vietnamkrieg dokumentiert – dichte, teils verstörende Ausstellung, für die realistisch 1–1,5 Stunden einzuplanen sind (Eintritt ca. 40.000 VND, ca. 1,60 €).

Alternative: Cu-Chi-Tunnel statt Stadtprogramm (ganztägig)

Wer sich für Kriegsgeschichte interessiert, kann statt der Innenstadt auch direkt die Cu-Chi-Tunnel ansteuern, ein über 200 km langes unterirdisches Tunnelsystem aus dem Vietnamkrieg, rund 35–70 km nordwestlich der Stadt (je nach gewähltem Zugang Ben Dinh oder Ben Duoc). Der Besuch inklusive kurzer Kriechpassage durch ein erweitertes Tunnelstück kostet rund 110.000–135.000 VND (ca. 4,50–5,50 €) Eintritt. Wichtig: Die Cu-Chi-Tunnel liegen in praktisch entgegengesetzter Richtung zum Hafen wie die Innenstadt – eine Kombination beider Ziele an einem Tag ist bei der langen Anfahrt ab Phu My nicht realistisch.

Top-Erlebnisse im Überblick

ErlebnisZeitbedarf (inkl. An-/Abreise Hafen)Kosten
Fahrt Phu My – Ho-Chi-Minh-Stadt (einfach)ca. 2 Std.im Transfer enthalten
Notre-Dame-Kathedrale & Hauptpostamt45–60 Min. vor Ortkostenlos
Wiedervereinigungspalast45–60 Min. vor Ortca. 1,60 €
Ben-Thanh-Markt45–60 Min. vor Ortkostenlos (Einkauf extra)
Cu-Chi-Tunnel (alternativ zur Stadt)ganztägig ab Hafenca. 4,50–5,50 €

Welche Ausflüge lohnen sich, welche nicht?

Wegen der langen, verkehrsabhängigen Anfahrt ist Phu My einer der Häfen, an denen ein organisierter Ausflug klar Sinn ergibt – Reederei-Touren oder private Fahrer kennen die Rush-Hour-Muster und planen Pufferzeiten realistisch ein, was bei einem selbst gebuchten Taxi ohne Ortskenntnis schwerer einzuschätzen ist. Wer dennoch selbstständig unterwegs sein will, sollte unbedingt einen Fahrer mit Rückfahrgarantie zu einer festen Uhrzeit buchen, keinen Zufallstaxi vor Ort – die Rückfahrt zur Nachmittags-Rush-Hour ist der häufigste Grund für ein verpasstes Ablegen.

Nicht sinnvoll ist der Versuch, Cu-Chi-Tunnel und Innenstadtprogramm an einem Tag zu verbinden: Beide liegen in entgegengesetzter Richtung von der Anfahrtsroute aus gesehen, die Gesamtfahrzeit würde den Großteil der Liegezeit auffressen. Entscheide dich vorab für eine Priorität.

Praktisches für deinen Tag in Phu My

  • Währung: Vietnamesischer Dong (VND), grobe Richtwerte in diesem Artikel umgerechnet zu ca. 25.000 VND je Euro (Kurs schwankt). Karten funktionieren in Hotels und größeren Restaurants, auf dem Ben-Thanh-Markt zählt praktisch nur Bargeld.
  • Sprache: Vietnamesisch dominiert, in den touristischen Vierteln von Ho-Chi-Minh-Stadt kommst du mit Englisch gut zurecht.
  • Trinkgeld: In Restaurants und bei privaten Fahrern ist ein kleines Trinkgeld (5–10 % bzw. wenige Euro) üblich, aber nicht verpflichtend. Mehr dazu im Ratgeber Trinkgeld auf Kreuzfahrten.
  • Sicherheit: Ho-Chi-Minh-Stadt gilt touristisch als sicher, Taschendiebstahl (besonders von Motorrädern aus) ist die häufigste Vorsicht – Taschen und Kameras körpernah tragen, besonders beim Überqueren belebter Straßen.
  • Beste Reisezeit: Dezember bis April ist die trockene Saison mit 25–34 °C und guter Planbarkeit, Mai bis November bringt hohe Luftfeuchtigkeit und häufige, meist kurze Regenschauer am Nachmittag.
  • Einreise: Für deutsche Staatsangehörige ist die Einreise nach Vietnam für kurze touristische Aufenthalte in der Regel visumfrei möglich – verbindlich sind die tagesaktuellen Bestimmungen der vietnamesischen Behörden. Was grundsätzlich an Reisedokumenten dazugehört, erklärt der Ratgeber Reisedokumente: Pass, Visa & ESTA.

Fazit

Phu My verlangt Geduld auf der Straße, belohnt sie aber mit einer der spannendsten Städte Südostasiens: Kolonialarchitektur, quirlige Märkte und dichte Geschichte liegen in Ho-Chi-Minh-Stadt dicht beieinander. Wer die knapp zwei Stunden Anfahrt pro Richtung realistisch einplant und sich für ein Ziel – Stadt oder Cu-Chi-Tunnel – entscheidet, kommt entspannt zurück ans Schiff. Einen Überblick über weitere Häfen der Region findest du auf unserer Seite zu Asien & Fernost – darunter auch Laem Chabang, ein weiterer Hafen mit langer Anfahrt zur nächsten Metropole, und Singapur, wo das Zentrum viel näher liegt.

Phu My
Fahrtgebiet Asien & Fernost10,6° N, 107,0° O

Nicht alle Punkte sind beschriftet. Alle Häfen des Fahrtgebiets: Phu My

Phu My ist ein Hafen im Fahrtgebiet Asien & Fernost. Dort findest du alle Infos zu Reisezeit, Routen und passenden Reedereien.

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