St. Thomas

St. Thomas auf eigene Faust: Magens Bay, Paradise Point, Duty-free-Shopping in Charlotte Amalie und Ausflug nach St. John – der Hafenguide.

Anleger

Pier Havensight (WICO) oder Crown Bay, je nach Reederei

Zentrum

Havensight ca. 2,5 km, Crown Bay ca. 3 km bis Charlotte Amalie

Währung

US-Dollar (USD)

Sprache

Englisch

St. Thomas gehört zu den Amerikanischen Jungferninseln und ist seit Jahrzehnten einer der meistbesuchten Kreuzfahrthäfen der Karibik – aus gutem Grund: Die Hauptstadt Charlotte Amalie gilt als Duty-free-Hochburg der Region, die Magens Bay zählt regelmäßig zu den schönsten Stränden der Welt, und mit der Nachbarinsel St. John liegt ein fast komplett unter Naturschutz stehendes Inselparadies nur eine Fährfahrt entfernt. Dazu kommt eine Kuriosität: Obwohl St. Thomas US-Territorium ist, herrscht hier Linksverkehr. Dieser Guide zeigt dir, wie du deinen Hafentag am besten aufteilst.

Ankommen: Havensight oder Crown Bay?

St. Thomas hat zwei Kreuzfahrtpiers, beide ohne Tenderboote direkt anlaufbar – prüfe vorab in deinen Reiseunterlagen, welcher gemeint ist:

  • Havensight (WICO Dock): Der klassische Kreuzfahrtpier östlich von Charlotte Amalie, mit großem Einkaufszentrum direkt am Ausgang. Bis ins Stadtzentrum sind es ca. 2,5 km – zu Fuß gut 30 Minuten am Wasser entlang, mit dem Taxi rund 10 Minuten.
  • Crown Bay: Westlich der Stadt gelegen, ebenfalls mit kleiner Shopping-Mall. Ins Zentrum sind es ca. 3 km, zu Fuß ist die Strecke weniger attraktiv – nimm besser ein Taxi.

Taxis auf St. Thomas sind meist offene Safari-Busse (umgebaute Pick-ups mit Bänken), die nach festen, offiziell ausgehängten Tarifen pro Person abrechnen: in die Stadt ca. 5–6 $, zur Magens Bay ca. 10–12 $ pro Person und Strecke.

St. Thomas auf eigene Faust: Das schaffst du in 5–8 Stunden

Vormittag: Charlotte Amalie und Duty-free-Shopping (1,5–2 Stunden)

Charlotte Amalie war im 18. Jahrhundert dänische Kolonialstadt und Freihafen – daher stammen die Gassennamen wie Dronningens Gade und die bis heute gepflegte Duty-free-Tradition: Entlang der Main Street und in den alten Lagerhausgassen dazwischen reihen sich Juweliere, Uhren- und Spirituosenhändler. Die besten Preise gibt es für Schmuck, Uhren und Rum; Vergleichen und freundliches Verhandeln gehören dazu. Sehenswert abseits der Schaufenster: das rote Fort Christian (17. Jahrhundert, ältestes Gebäude der Insel), der Emancipation Garden und die 99 Steps, eine steile Treppengasse aus dänischer Zeit mit Blick über die Dächer.

Mittags: Skyride zum Paradise Point (1–1,5 Stunden)

Direkt gegenüber dem Havensight-Pier startet der Skyride to Paradise Point: In sieben Minuten schwebt die Gondel auf gut 200 Meter Höhe, oben warten eine Aussichtsterrasse mit Blick über Hafen, Stadt und die vorgelagerten Inseln, dazu eine Bar mit dem hauseigenen „Bailey's Bushwacker"-Cocktail (Ticket ca. 24 $ für Berg- und Talfahrt). Gerade wenn dein Schiff an der Havensight liegt, ist das der einfachste Panoramablick der Karibik – ohne Taxi, ohne Planung.

Nachmittag: Magens Bay (2,5–3 Stunden mit Anfahrt)

Die Magens Bay an der Nordküste ist der berühmteste Strand der Insel: eine fast einen Kilometer lange, herzförmige Bucht mit ruhigem, glasklarem Wasser – ideal auch für Familien. Die Fahrt über die Berge dauert ca. 20 Minuten (Safari-Taxi ca. 10–12 $ pro Person und Strecke, Eintritt ca. 5 $ pro Person), unterwegs lohnt ein Fotostopp am Aussichtspunkt Drake's Seat. Liegen und Schnorchelzeug kannst du vor Ort mieten, Bar und Strandrestaurant gibt es ebenfalls. Für einen entspannten Strandnachmittag inklusive An- und Rückfahrt solltest du rund drei Stunden einplanen.

Die herzförmige Bucht der Magens Bay mit weißem Sandstrand, Palmen und ruhigem türkisfarbenem Wasser

Die geschützte Bucht der Magens Bay gilt als einer der schönsten Strände der Karibik – am Vormittag, bevor die Ausflugsbusse eintreffen, ist sie am ruhigsten.

Ausflug nach St. John oder Water Island

Wenn dein Schiff lange genug liegt (mindestens 8 Stunden), lohnt der Sprung auf die Nachbarinseln:

  • St. John & Trunk Bay: Zwei Drittel von St. John gehören zum Virgin-Islands-Nationalpark. Die Trunk Bay mit ihrem markierten Unterwasser-Schnorchelpfad gilt als einer der schönsten Strände der Welt (Eintritt ca. 5 $). Anreise: Taxi nach Red Hook (ca. 30–40 Minuten), dann Fähre nach Cruz Bay (ca. 20 Minuten, ca. 8 $ pro Strecke), dort weiter per Taxi. Auf eigene Faust brauchst du dafür realistisch 5–6 Stunden – mit knapper Liegezeit ist der organisierte Ausflug die sicherere Wahl.
  • Water Island: Die kleine „vierte Jungferninsel" liegt direkt vor Crown Bay; die Personenfähre braucht nur ca. 10 Minuten (ca. 10–15 $ hin und zurück). Ziel ist die ruhige Honeymoon Beach – deutlich entspannter als Magens Bay und ideal, wenn dein Schiff an der Crown Bay liegt.

Blick auf die Trunk Bay auf St. John mit weißem Sand, vorgelagerten Inseln und Schnorchlern im klaren Wasser

Trunk Bay auf der Nachbarinsel St. John lohnt den Fährausflug vor allem wegen des Unterwasser-Schnorchelpfads direkt vor dem Strand.

Top-Erlebnisse im Überblick

ErlebnisZeitbedarfKosten
Charlotte Amalie & Duty-free-Shopping1,5–2 Std.kostenlos, Taxi ca. 5–6 $ p. P.
Skyride to Paradise Point1–1,5 Std.ca. 24 $
Magens Bay2,5–3 Std. (mit Anfahrt)Eintritt ca. 5 $, Taxi ca. 10–12 $ p. P. je Strecke
Water Island (Honeymoon Beach)3–4 Std.Fähre ca. 10–15 $ hin/zurück
St. John mit Trunk Bay5–6 Std.Fähre ca. 8 $ je Strecke, Eintritt ca. 5 $, plus Taxis

Welche Ausflüge lohnen sich – und welche nicht?

Für Stadt, Shopping, Paradise Point und Magens Bay brauchst du keinen organisierten Ausflug – alles ist per Safari-Taxi zu festen Tarifen problemlos selbst machbar. Buchen lohnt sich vor allem für St. John/Trunk Bay, wenn deine Liegezeit knapp ist: Der Ausflug bündelt Transfer, Fähre und Strandzeit und nimmt dir das Risiko, die Rückfahrt zu verpassen. Katamaran- und Schnorcheltouren zu den Riffen um Buck Island sind schön, aber mit oft 100 $ und mehr eher etwas fürs Sonderbudget. Wenig sinnvoll sind reine Shopping-Touren – die Geschäfte liegen ohnehin auf dem Weg. Ob du solche Extras besser vorab oder an Bord buchst, hängt auch vom Reisepreis ab – mehr dazu in unserem Vergleich Frühbucher oder Last Minute.

Praktisches für deinen Tag auf St. Thomas

  • ESTA nicht vergessen: St. Thomas ist US-Territorium – du brauchst dieselbe Einreisegenehmigung (ESTA) wie für die USA, und auf vielen Routen findet hier die US-Einwanderungskontrolle mit Pass und Fingerabdruck statt. Ohne gültiges ESTA kein Landgang.
  • Linksverkehr: Trotz US-Flagge und amerikanischer Autos wird links gefahren – ein Erbe der dänischen Kolonialzeit. Beim Überqueren der Straße zuerst nach rechts schauen.
  • Feste Taxitarife: Die Preise pro Person und Ziel sind offiziell festgelegt und hängen an den Piers aus – vor dem Einsteigen kurz bestätigen lassen, dann gibt es keine Überraschungen.
  • Trinkgeld einplanen: Es gelten US-Gepflogenheiten, im Restaurant sind 15–20 % üblich. Wie Trinkgeld an Bord und an Land funktioniert, erklärt unser Trinkgeld-Ratgeber.
  • Zollfreigrenzen kennen: Die Duty-free-Preise sind verlockend, aber bei der Rückkehr in die EU gelten die üblichen Freigrenzen (z. B. 430 € pro Person bei Flug-/Seereisen) – Belege aufheben.

Fazit

St. Thomas verbindet drei Karibik-Klassiker an einem Tag: Duty-free-Bummel in dänisch geprägten Gassen, den Postkartenblick vom Paradise Point und mit der Magens Bay einen Strand von Weltrang. Wer mehr als sechs Stunden Liegezeit hat, sollte über den Abstecher nach St. John nachdenken – die Trunk Bay gehört zum Schönsten, was die Region zu bieten hat. Auf vielen Routen liegt tags zuvor oder danach St. Maarten oder San Juan auf dem Plan; einen Überblick über alle Häfen der Region findest du auf unserer Karibik-Seite.

St. Thomas ist ein Hafen im Fahrtgebiet Karibik. Dort findest du alle Infos zu Reisezeit, Routen und passenden Reedereien.