Cocktail an der Poolbar eines Kreuzfahrtschiffs

Getränkepakete im Vergleich: Wann lohnen sie sich?

Softdrink-, Bier- und Premium-Pakete bei AIDA, TUI, MSC & Co. im Vergleich: Preise, Inklusivleistungen und eine ehrliche Rechnung, ob sich das Paket lohnt.

An Bord7. Juli 2026

Kaum eine Bordfrage wird so kontrovers diskutiert wie die nach dem Getränkepaket: Vorab für die ganze Reise bezahlen und sorgenfrei bestellen – oder lieber einzeln abrechnen und selbst die Kontrolle behalten? Die Antwort hängt stark vom eigenen Trinkverhalten ab, und die Reedereien machen es mit unterschiedlichen Paketstufen, Ausschlüssen und Preisen nicht einfacher. Dieser Artikel bringt Ordnung in die Optionen und zeigt an einer konkreten Rechnung, ab wann sich ein Paket wirklich lohnt.

Die drei Paketstufen im Überblick

Die meisten Reedereien staffeln ihr Angebot in drei bis vier Stufen, auch wenn die Namen variieren:

  1. Softdrink-Paket: Wasser, Limonade, Kaffeespezialitäten und teils Säfte, ohne Alkohol. Richtet sich vor allem an Familien und Nichttrinker.
  2. Bier & Wein (Standardpaket): Zusätzlich Bier vom Fass, Hauswein und einfache Cocktails bis zu einer Preisobergrenze pro Getränk (meist 8–10 €/US-Dollar).
  3. Premium-Paket: Alle Getränke ohne Preisdeckel oder mit deutlich höherer Grenze, hochwertigere Spirituosen, Champagner glasweise und oft Spezialitätenkaffee inklusive.

Wichtig bei allen Stufen: Getränke über der Preisgrenze werden meist mit dem Differenzbetrag nachberechnet, und die Pakete gelten in der Regel für die gesamte Kabine – einzelne Erwachsene können sich nicht ausklinken, während der Rest der Kabine bucht.

Preisvergleich der großen Reedereien

Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte pro Person und Tag und schwanken je nach Route, Saison und Buchungszeitpunkt – wie so oft bei Bordpreisen gilt „ab ca. X €" mit Änderungsvorbehalt:

ReedereiSoftdrink-PaketBier & WeinPremium-Paket
AIDAab ca. 8 €/Tagab ca. 25 €/Tagab ca. 39 €/Tag
TUI Cruises (Mein Schiff)ab ca. 9 €/Tagab ca. 29 €/Tagab ca. 42 €/Tag
MSC Cruisesab ca. 10 US-$/Tagab ca. 35 US-$/Tagab ca. 55 US-$/Tag
Costaab ca. 9 €/Tagab ca. 30 €/Tagab ca. 45 €/Tag
Royal Caribbeanab ca. 12 US-$/Tag– (meist direkt Premium)ab ca. 65 US-$/Tag

Bunte Cocktails auf einer Holzterrasse nahe dem Pool

Bei US-amerikanisch geprägten Reedereien wie Royal Caribbean oder Celebrity Cruises fehlt häufig eine mittlere Bier-Wein-Stufe – hier wird eher zwischen Softdrinks und einem umfassenden Premium-Paket unterschieden. Deutsche Reedereien wie AIDA und TUI Cruises staffeln meist feiner und richten sich damit gezielt an unterschiedliche Budgets.

Die ehrliche Break-even-Rechnung

Ob sich ein Paket lohnt, hängt vom tatsächlichen Konsum ab. Ein Rechenbeispiel für das Bier-&-Wein-Paket bei rund 27 € pro Tag:

  • 2 Bier (je ca. 5 €) = 10 €
  • 2 Gläser Wein zum Abendessen (je ca. 7 €) = 14 €
  • 1 Kaffeespezialität (ca. 4 €) = 4 €
  • Summe Einzelbestellung: 28 € – das Paket wäre hier bereits knapp günstiger.

Wer dagegen nur gelegentlich ein Bier zum Mittagessen trinkt und ansonsten Leitungswasser oder das kostenlose Basis-Wasser an Bord nutzt, kommt mit Einzelbestellungen fast immer günstiger weg. Als Faustregel gilt: Ab 3 bis 4 alkoholischen Getränken pro Tag rechnet sich das Standardpaket in den meisten Fällen, bei Premium-Paketen braucht es entsprechend mehr Konsum oder den Wunsch nach hochwertigeren Spirituosen und Champagner.

Für wen sich welches Paket lohnt

  • Softdrink-Paket: Sinnvoll für Familien mit Kindern oder wer viel Wasser und Kaffee trinkt – bei manchen Reedereien ist Leitungswasser an Bord ohnehin kostenlos, dann lohnt sich die Rechnung nur bei hohem Kaffee- oder Saftkonsum.
  • Bier & Wein: Die meistgebuchte Stufe für Paare, die regelmäßig ein Glas Wein zum Essen und ein bis zwei Bier am Tag trinken – siehe Rechenbeispiel oben.
  • Premium: Lohnt sich für alle, die gerne Cocktails, hochwertige Spirituosen oder mehrfach am Tag Kaffeespezialitäten genießen und keine Lust auf Kopfrechnen an der Bar haben.
  • Kein Paket: Für Gelegenheitstrinker oder alle, die auf Seetagen ohnehin wenig an der Bar sind, bleibt die Einzelabrechnung meist günstiger.

Alkoholfreie Pakete und Kinder an Bord

Für Familien lohnt sich ein genauer Blick auf die Softdrink-Pakete: Viele Reedereien bieten für Kinder und Jugendliche einen deutlich reduzierten Preis, teils sogar kostenlos bis zu einem bestimmten Alter, wenn mindestens ein Erwachsener der Kabine ebenfalls ein Paket bucht. Wer ohnehin mehrmals täglich Limonade, Eistee oder Milchshakes an der Bar bestellt, kommt mit dem Kinderpaket oft günstiger weg als bei Einzelabrechnung – gerade auf Familienschiffen mit vielen Softeis- und Slush-Ständen summiert sich das schnell. Nichttrinkende Erwachsene sollten dagegen genau nachrechnen: Wer ohnehin hauptsächlich Wasser trinkt, das an Bord kostenlos ist, spart sich das Paket meist komplett.

Zwei Gläser Champagner auf dem Geländer eines Kreuzfahrtschiffs mit Meerblick

Praktische Tipps zu Getränkepaketen

  • Vorab-Buchungsrabatt nutzen: Die meisten Reedereien bieten Pakete im Vorverkauf 10–20 % günstiger an als der Kauf an Bord – wer sich sicher ist, sollte früh buchen.
  • Trinkgeld beachten: Auf Getränkepakete wird bei vielen Reedereien automatisch ein Serviceentgelt von 15–18 % aufgeschlagen, das im Paketpreis oft schon enthalten, aber nicht immer transparent ausgewiesen ist – mehr dazu in unserem Ratgeber zu Trinkgeld auf Kreuzfahrten.
  • Erste Tage testen: Wer unsicher ist, bestellt an den ersten ein bis zwei Tagen einzeln und rechnet dann hoch, ob sich ein nachträglich gebuchtes Paket für die Restreise lohnt – das ist meist an Bord noch möglich.
  • Kleingedrucktes lesen: Manche Spitzenweine, Champagner oder Flaschenbier sind auch im Premium-Paket ausgeschlossen oder werden nur mit Rabatt statt komplett kostenlos berechnet.
  • Gesamtkosten im Blick behalten: Wie sich Getränkepakete in die Gesamtkalkulation einer Kreuzfahrt einfügen, zeigt unser Überblick zu den Nebenkosten einer Kreuzfahrt.

Fazit

Ein pauschales „lohnt sich" oder „lohnt sich nicht" gibt es bei Getränkepaketen nicht – die Antwort steckt im eigenen Konsumverhalten. Wer die Break-even-Rechnung für die bevorzugte Paketstufe einmal ehrlich durchspielt, trifft die Entscheidung deutlich entspannter als an der Bar am ersten Abend. Wer noch ganz am Anfang der Kreuzfahrtplanung steht, findet in unserem Einsteiger-Guide weitere Grundlagen für die erste Reise.